Travel blog about 186 Days in South East Asia and India

Sanur – Padang-Padang – Ubud

TAG 5

Es ist 3:30 Uhr am morgen und ich kann nicht mehr schlafen. Ich bin mir nicht sicher ob es daran liegt, dass mein Körper immer noch verwirrt ist durch den Jetlag oder dass es einfach zu warm ist. Ich fühle mich so, als hätte ich mich nach 2,5 Std anstrengendsten Badminton-Kampf gegen den Endgegner Dirk Diggler direkt ins Bett gelegt.

Wirklich schlimm finde ich das nicht. Erstens habe ich das Gefühl das ich die letzten Tage auch nicht viel mehr schlafen konnte und zweitens sollte ich mich an das Gefühl gewöhnen in Sauna ähnlichen Verhältnissen zu schlafen. Ich glaube es kann noch um einiges wärmer werden als jetzt gerade hier in Bali. Außerdem haben wir beschlossen meistens in Zimmern zu schlafen die nur Ventilatoren und Kaltwasser haben. Natürlich wäre es viel angenehmer in Zimmern mit Klimaanlage zu schlafen, die sind jedoch teurer und das Geld wollen wir lieber woanders ausgeben. Wir werden uns also nur alle paar Tage ein kühles Zimmer leisten sofern es dann auch welche gibt.

Von wirklich teuer kann man aber letztlich nicht sprechen. Wir zahlen derzeit 120.000 indonesische Rupiah für das Zimmer, also knapp 5 € pro Person. Mit Klimaanlage würden wir 200.000 IDR zahlen.

Ich versuche jetzt mal noch ein paar Stündchen Schlaf zu bekommen. Sollte das nicht klappen werde ich später losziehen um einen Bonsaigarten bei dem schönen Sonnenaufgangslicht zu fotografieren den wir gestern gefunden haben.

Maya schläft tief und fest neben mir und ist nur ab und zu wach. Mal schauen ob sie mitkommen will oder lieber noch ein bisschen weiterschläft.

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Hey Leute,

Ich konnte doch noch etwas schlafen nachdem ich mich um 4 Uhr unter die kalte Dusche gestellt und die Ventilatorposition optimiert habe.

Nach einem leckeren Omelett, Toast und Früchten zum Frühstück sowie nach unserer Bonsai-Fotosession, haben wir uns auf die Suche nach einer günstigen Möglichkeit gemacht um nach Pandang-Pandang zu kommen.

Hier haben wir heute einen berühmten Surfspot und den Tempel Pura Luhur Ulu Watu besucht. Beide Locations waren sehr schön, der Tag heute hat sich echt gelohnt. Besonders lustig war es zuzusehen wie die Affen, die auf dem Tempelgelände herumklettern, einigen Touristen die Brille geklaut und sie erst wieder gegen Essen herausgerückt haben.

Morgen wollen wir uns noch einen schönen Strand im Norden ansehen und da einen kleinen Strandtag einlegen. Für übermorgen überlegen wir einen Tourguide zu mieten der mit uns durch das Inland von Bali fährt und uns hauptsächlich Balis Natur und Kultur näher zeigen kann. Wir werden unter anderem schöne Reisfelder zu sehen bekommen.

Bis dahin ist es aber noch eine Weile. Gerade ist es kurz vor 8 und wir sitzen mit einem kalten Bierchen vor unserem Zimmer um den Tag ausklingen zu lassen.

Liebe Grüß,
Maya & Olli

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TAG 6

Hey Freunde,

Was ich gestern vergessen habe zu erwähnen ist, dass wir an einem der Surfspots in einem Restaurant mit Ausblick auf die brechenden Wellen und die wartenden Surfer zu Mittag gegessen haben. Maya hatte Hühnchen und ich Seafood jeweils mit Reis. Um ca. 2:00 Uhr heute morgen habe ich realisiert, dass ich lieber auch Hühnchen genommen hätte, ich habe mir das vermeintlich leckere Essen nämlich nochmal durch den Kopf gehen lassen – über der Klobrille wenn ihr versteht was ich meine.

Dementsprechend schlecht geht es mir heute, ich habe noch Magengrummeln und der Kreislauf hat auch noch nicht so richtig Lust. Deshalb haben Maya und ich den Strandtag abgeblasen und uns in eines der besseren Hostels in ein Zimmer mit Klimaanlage eingecheckt.

Aus der Erfahrung heraus (nicht wahr Ilse) geht es mir morgen wieder besser. Wir haben auch schon den Tourguide bestellt, er holt uns morgen um 8:00 Uhr ab. Währenddessen kümmert sich die angehende Ärztin Maya bestens um mich, versorgt mich mit Brot, Wasser und News über das was vor unserem kühlen Zimmer so los ist.

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TAG 7

Hi Folks,

Es geht mir wieder blendend. Es ist echt Wahnsinn was ein kühles, nicht so feuchtes Zimmer und eine durchgeschlafene Nacht so ausmachen. Um 8 Uhr heute morgen, wie abgemacht, stand Wayan vor unserem Hostel. Wayan ist ein ca. 45-jähriger Balinese den wir auf unserer Taxifahrt von Sanur nach Padang-Padang kennengelernt haben.

Weil Maya mit ihrem Tagebucheintrag vor meinem Post fertig ist, habe ich mich dazu entschlossen einfach einen Teil ihre Zeilen zu übernehmen:

10.04.2011
Heute war der bisher beste Tag unseres Asien-Trips. Um 8:00 Uhr hat uns Wayan, der Taxifahrer, auf eine Tour durch Bali mitgenommen. Trotz des schlechten Wetters haben wir auf dieser Fahrt unglaublich viel erlebt. An Sehenswürdigkeiten haben wir zwei Tempel (Tanah Lot und Royal) und die wunderschönen Reisterrassen, die so typisch sind für Bali, mitgenommen. Am meisten haben uns aber die Geschichten über die Kultur Balis beeindruckt. Wayan hat uns viel über die Hindu-Religion erzählt. 90% der Menschen auf Bali sind hinduistisch wohingegen der Rest von Indonesien weitgehend muslimisch ist.

Wir wollten uns so vieles merken, hängengeblieben ist allerdings nur wenig. Eine unserer Lieblingsgeschichten war, dass sich junge Menschen vor ihrer Hochzeit die Schneidezähne schleifen lassen müssen. Witzig ist auch die Idee, das Kinder zum Schutz einen Teil ihrer Nabelschnur an einer Kette um den Hals tragen und das bis zu ihrem zwölften Lebensjahr!

Hinduismus hat aber auch sehr tolle Seiten. Dadurch, dass der Hindu an die Reinkarnation glaubt, versucht er ein möglichst gutes Karma zu haben. So hofft er, irgendwann einmal als “Holyman” wiedergeboren zu werden, der nach seinem Tod bei dem hinduistischen Gott bleiben kann und nicht mehr wiedergeboren wird. Durch diesen glauben an Karma sind die Balinesen ein äußerst freundliches, geduldiges und friedfertiges Volk. So erklärt Wayan uns zum Beispiel, dass es so gut wie keinen Nachbarschaftsstreit gibt in Bali, “wenn es Probleme gibt, geht man zum Nachbar und redet darüber”.

Wir haben beschlossen möglichst häufig solche Touren zu machen. Auf eigene Faust hätten wir niemals so viele abgelegene Wasserfälle, Todeszeremonien und Schweine in Karren gesehen, die von Rollern gezogen werden. Vor allem aber über die Menschen bekommt man sonst nicht soviel heraus.

Gelandet sind wir nun in Ubud, wo wir den grönenden Abschluss in einem Restaurant gefunden haben. Hier hat das kühle, balinesische Bier bei Livemusik, die für wahnsinns Stimmung und Gänsehaut gesorgt hat, gleich doppelt so gut geschmeckt.

Jetzt ist es schon zwei Uhr nachts, Zeit zu schlafen.

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Wir haben gerade mit dem langsamsten PC in Bali die Bilder hochgeladen. Ihr findet sie unter diesem Link.

PS: We love your comments!

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4 responses

  1. Mamas and Papas

    Die Fotos sind purer Wahnsinn! Ist ja wie im Garten Eden – wenn da nur nicht diese 90%-Luffeuchtigkeit wäre … die man auf Fotos allerdings nicht sieht.
    Hat uns gefreut mit dir zu skypen, Maya! Endlich sind wir auf dem Laufenden.
    Ein Kommentar für Olli aus Wikipedia: “Der erste Grundsatz der balinesischen Küche ist Andacht. Von den Speisen des Tages wird täglich geopfert, bevor die Menschen davon essen. Viele Speisen werden speziell zu rituellen Zwecken zubereitet und nach der Zeremonie verspeist. Essen ist Gebet.” Jetzt weißt du, warum du gescheitert bist – zu wenig Andacht und Gebet … vor dem Essen … nachher zählt nicht 😦

    April 11, 2011 at 20:11

  2. Chris

    uhhh klasse Fotos!!!

    und apropos Essen…das mach ich jetzt, wohl auch eher ohne Andacht 😉

    Gruß aus Mainz

    April 13, 2011 at 18:25

  3. Matthias

    Super Fotos! Ich werde ganz neidisch. Bis 23.00 Uhr arbeiten hat zwar auch was schönes, aber in einer life Filmkulisse zu stehen ist auch net schlecht.

    Das mit den fehlenden Nachbarschaftsstreitigkeiten gefällt mir nicht. Streit und Missgunst sind wichtige Errungenschaften unserer Kultur und müssen gepflegt werden. Wo bleiben sonst unsere Anwälte.
    Nicht, dass wir welche kennen würden …

    April 14, 2011 at 23:41

    • Mamas and Papas

      … wir kennen schon einige … die würden wohl auf Bali Pleite machen. Allerdings, wenn sie so weiter schuften, werden sie bald ihr Burnout auf Bali auskurieren müssen – mitten in der Filmkulisse (auch net schlecht).

      April 19, 2011 at 22:31

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