Travel blog about 186 Days in South East Asia and India

Bootstrip nach und Rollertour in Flores (Indonesien)

TAG 18

Moin Moin Leute,

Gerade sitzen wir an Deck unseres vermeintlichen Segelbootes. Im Kleingedruckten steht, dass die Segel nur zur Unterstützung des Motors genutzt wird. Trotzdem ist das Boot ansonsten ziemlich cool. Wir sind mit 21 internationalen aber auch indonesischen Gästen und 5 Crewmitgliedern on Board. Nach einiger Zeit auf “hoher See” ist es mittlerweile dunkel und wir liegen vor der Insel auf Anker, die wir uns morgen ansehen werden.

Das Abendessen war ein einfaches leckeres Reisgericht mit Ananas zum Dessert. Auf dem Weg zum Boot haben wir schnell erkannt das unser Essen die nächsten Tage wohl ausreichend, lecker und vor allem frisch sein wird. Spätestens wenn vier lebende Hühner im Bus rumgackern und der Captain grinsend verkündet es gäbe morgen ein Gericht mit Hühnchen erkennt man letzteres.

Gerade ist unser, stark auf eine (große;)) Flasche pro Tag rationiertes, Bier zu ende gegangen und das Bett ist auch schon so gut wie vorbereitet. Geschlafen wird an Deck auf dünnen Matratzen.

Wir sind also bereit für einen großen Tag morgen. Hoffentlich haben wir tolles Wetter. Auf dem Weg hierhin hat es ein wenig geregnet.

Seemannsgrüße,
Maya & Olli

—————————————————————————–

TAG 19, 20, 21, 22 & 23

Hi Freunde,

Es ist 8:30 Uhr und wir liegen beide in einem etwas durchgelegenen Bett in Labuanbajo, der westlichen Hafen”stadt” von Flores (Indonesien). Nach vier Tagen schlafen auf dem oft salzig-klammen Bootsdeck ist uns aber alles recht, das Bett ist gerade purer Luxus.

Trotz anstrengender Nächte haben wir die Tage auf dem Boot sehr genossen. Wir hatten eine coole Gruppe und Crew erwischt. Insgesamt waren wir 8 verschiedene Nationen, ihr könnt sich vorstellen das einem da der Gesprächsstoff nicht so schnell ausgeht.

Wir konnten viele Inseln von dem Schiff aus sehen, sind vor einigen geschnorchelt und geschwommen oder haben Tour unternommen. Während der Bootstour haben wir Delfine beim springen, fliegende Fische beim fliegen und Fischschwärme beim Luft schnappen beobachten können. Unter Wasser gab es viele bunte Fische und schöne Korallen. Auf der Komodo Insel haben wir Büffel in Wasserlöchern, Rehe am Strand und natürlich die berühmten Komodowarane gesehen. Diese können richtig groß werden, so dass sie teils sogar den Büffeln gefährlich werden können. Dabei nutzen sie kein Gift sondern sie haben Bakterien in ihrem Speichel, die sich nach einem Biss im ganzen Körper verteilen und diesen bis zum Tod schwächt. Das kann ein paar Tage dauern und so lange verfolgt der Warane seine Beute.

Die Komodowarane können also auch Menschen gefährlich werden und über die Jahre sind auch schon einige der Einheimischen den Komodowaranen zum Opfer gefallen. Kein Wunder also, dass wir von vier Rangern begleitet worden sind die mit langen Stöcken ausgerüstet waren. Mit denen hat man sich dann doch sehr sicher gefühlt.

Aufregend war die zweite Nacht auf dem Boot. Um zum nächsten Ziel zu gelangen mussten wir 17 Stunden fahren, einen Großteil davon bei Nacht. Kurz nach Anbruch der Dunkelheit hat es aber angefangen zu Regnen und zu stürmen, so dass wir richtig stark von den Wellen durchgeschüttelt wurden. Teils sind wir oben an Deck unter dem Regenschutz richtig hin und her gepurzelt, so dass ich meine ganzen Wertsachen in meinen Wasserdichten Beutel verstaut habe und mein Taschenmesser herausgenommen habe um im Falle eines Kentern des Bootes den Regenschutz durchschneiden und uns befreien könnte. Wahrscheinlich war das übertrieben aber man weis ja nie. Morgens haben wir dann auch gesehen, dass die Crew die Rettungswesten (1978) herausgeholt hat. Der Captain erklärt uns aber, dass er das nur zu unserer Beruhigung angeordnet hat. Bin mir nicht so sicher ob das das richtige Mittel war.

Gleich mieten wir uns einen Roller, mit dem wir für 7 Tage Flores erkunden wollen. Danach geht für zwei Tage zurück nach Bali und dann weiter nach Kuala Lumpur (Malaysia). Wir haben gestern einige Zeit gebraucht um das zu planen und zu buchen.

Viele Grüße,
Maya & Olli

—————————————————————————-

Hallo Freunde,

heute sind wir genau eineinhalb Jahre zusammen. Zur Feier des Tages haben wir uns heute mal ein Zimmer mit Warmwasserdusche geleistet. Auch wenn es ja normalerweise schön warm in Flores ist, so kann es besonders in den höher gelegenen Dörfern doch sehr frisch werden. Unsere Fleecepullis und langen Hosen kommen hier gut zum Einsatz, vor allem auf dem Roller. Unsere Regencapes kamen bis jetzt zum Glück nicht allzuoft zum Einsatz.

Mittlerweile sind wir auch schon auf dem Rückweg unserer Flores-Tour und unsere Pos lassen grüßen. Wir sitzen täglich (hauptsächlich morgens) 4-5 Stunden auf dem Roller. Die letzten Tage sind wir um 6 Uhr aufgestanden und gegen Mittag an unserem Tagesziel angekommen. Durch die lange Sitzerei haben wir angefangen des öfteren mal 5 Minuten Pause zu machen um unsere Allerwertesten etwas zu entlasten. Da diese Pausen an Beliebtheit gewinnen und schon richtige “Freunde” sind, nennen wir sie Buddy-Butt-Break.

Man merkt in Flores deutlich, wieviel weniger die Menschen an Touries gewöhnt sind. Wenn wir mit dem Roller durch Dörfer düsen, werden wir vor allem von den Kindern wie Popstars empfangen. Bei einer Teepause heute hat uns ein Mann erklärt das dies hauptsächlich mit unserer hellen Hautfarbe zu tun hat die für die grundsätzlich dunkleren Indonesier eine Besonderheit ist. Wer hätte gedacht, dass Hallo sagen und winken einmal anstrengend wird? Die meisten Phrasen die wir die letzten Tage gehört haben sind: “Hello Mister/Misses!” und “Where are you going?”. Nach einer Antwort stellt sich nicht selten heraus, dass dies die einzigen Worte sind, die liebenswerten Einwohner Flores’ beherrschen.

Erlebt haben wir auf unserer Inseltour:
– Unterschiedlich farbige Vulkanseen, die regelmäßig ihre Farben wechseln (wg. besonderen Mineralien im Wasser)
– Traditionelle Stammesdörfer in denen leider einen Tag vor unserer Ankunft 4 Büffel geopfert und das Fleisch an die Dorfbewohner verteilt wurde
– Warme natürliche Quellen die jedem 5-Sterne Ressort im wahrsten Sinne des Wortes das Wasser reichen könnten
– Tages- und Nachtmärkte auf denen Gemüse, Gewürze und Obst anboten wurden
– Wasserfälle sowie wunderschöne Berg- und Küstenpanorama entlang unserer kurvenreicher Straßen

Außerdem ist das Essen ein paar Worte wert. Zum Beispiel unser gestriges Frühstück von einem Straßenrandladen bestehend aus zwei Portionen kaltem Reis und einem Stück Fisch sowie vier Teigtaschen mit Kokosnussfüllung für insgesamt 50 Cent. Aber auch das Straßenessen Abends kann sehr lecker sein. Zum Beispiel frittierter Crêpe mit Lauch-Ei-Fleisch-Füllung oder frittierte Bananen.

Liebe Grüße,
Maya & Olli

(Wie ihr seht, sind wir ein wenig faul geworden mit dem schreiben. Seht es positiv, sicherlich hätte keiner von euch Lust Berichte von 15 Tagen zu lesen =). )

Advertisements

One response

  1. Mamas and Papas

    Doch, wir hätten schon Lust, eure Berichte von 15 Tagen zu lesen 🙂 – nur zu!
    Wir sind froh, dass ihr den Sturm auf hoher See unbeschadet überstanden habt!! Robinson Crusoe lässt grüßen 🙂

    May 2, 2011 at 22:55

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s