Travel blog about 186 Days in South East Asia and India

Borneo

18/05/2011

Hi Leute,

Wir sind in Kuching auf der malaysischen Seite von Borneo und jetzt gerade ordentlich am relaxen. Es ist früher Nachmittag, draußen regnet es und das Sarawak-Museum was wir für heute geplant haben zu besichtigen haben wir schon besucht. Es ist schön die Freiheit und Zeit zu haben auch mal einen Tag zu verbummeln. So ganz anders als auf Flores wo wir uns ziemlich abhetzen mussten. Wir haben uns also leckeres Obst gekauft, schreiben diesen Blog und werden uns nachher wohl eine der vielen DVDs anschauen die es hier im Hostel gibt.

Unsere Tage auf Borneo waren super bis jetzt. Vom Kuching Flughafen sind wir mit dem Bus 6 Std. nach Sibu gefahren. Am nächsten Tag sind wir weiter über den Fluss Batang Rejang nach Kapit. Von hier aus sei es einfach einen Ausflug zu den traditionellen Langhäusern zu organisieren – so die Aussage unseres Reiseführers. In Wirklichkeit war es jedoch nicht so einfach und wir haben einige Stunden keine Möglichkeit gefunden auch nur Infos zu irgendwelchen Touren einzuholen. Glücklicherweise wurden wir letztendlich von einem Guide “gefunden” der sogar von unserem Reiseführer empfohlen wurde.

Für die aufwändige Suche nach einem Guide für die wir uns noch mit zwei weiteren Backpackern zusammengetan hatten wurden wir außerdem zwischenzeitlich schon belohnt. Als wir an der Straße standen, unseren Reiseführer in der Hand und wohl mit etwas entnervten Gesichtern, hält ein älterer Mann an um uns anzubieten uns zu einem der nahen Langhäusern zu fahren. Mr. Ling, der uns erst einmal herzlich in seiner Stadt Willkommen heißt, besteht sogar darauf uns nach ca. 1,5 Std. wieder abzuholen und zurück zu unserem Ausgangspunkt zu fahren.

Das Longhaus, welches nur ca. 10 Minuten von Kapit entfernt liegt, ist eines der modernsten seiner Art. Die Räume von Innen sind mit denen anderer Häuser oder Wohnungen kaum zu unterscheiden. Es gibt fließendes Wasser, Stromanschluss und Fernsehen. Das wirklich besondere an den Langhäusern ist letztendlich auch nicht ihre Ursprünglichkeit oder altertümliche Bräuche sondern die Gemeinschaft und der Zusammenhalt der Mitbewohner. Ein Haus mit 45 Familien (inklusive Großeltern etc.), bei dem alle friedlich nebeneinander wohnen und sogar aktive ihr Leben miteinander gestalten ist schon etwas besonderes. Wir sind uns nicht sicher ob das so auch in Deutschland funktionieren könnte.

In den 1,5 Std. haben wir viel über die Gepflogenheiten und Routinen gelernt, wie ein Langhaus organisiert wird. Außerdem haben wir mit den Kids, die außergewöhnlich gutes Englisch gesprochen haben, Badminton gespielt und eine Fotosession gestartet. Das gemeinsame Reisweintesten war die perfekte Krönung des kurzen Besuches bevor wir zurück zur Straße mussten an der Mr. Ling bereits auf uns gewartet hat.

Am nächsten Tag haben wir uns dann mit unserem Guide Joshua auf den Weg zu einem traditionelleren Dorf, 40 Minuten entfernt der Stadt Kapit, gemacht. Letztendlich entschieden haben wir uns für den doch etwas teuren Besuch weil an diesem Abend eine Zeremonie stattfand, bei dem der Aufgang der Seele eines früher verstorbenen Stammesmitgliedes gefeiert wurde. Da der Verstorbene früher der Chief (Bürgermeister) des Langhauses war, haben sich einige externe Gäste angekündigt. Unter anderem ein Mitglied des malaysischen Parlaments der in dem Langhaus aufgewachsen ist. Um diesen Parlamentarier wurde ein ganz schönes Aufsehen gemacht. So standen um 18 Uhr die meisten der älteren Männer in ihren besten Kleidern um den Ehrengast zu begrüßen und ihm ein Schwein zur Opfergabe darzubieten. Das arme Schwein (im wahrsten Sinne des Wortes) war in einem stabilen großen Plastiksack eingewickelt und konnte glücklicherweise nicht sehen, dass gleich der Politiker mit einem großen Speer seine Halsschlagader durchstoßen wird. Das ganze sah für uns natürlich ungewohnt aus und hat sich auch nicht so toll angehört, ging letztlich aber schnell vorüber. Zudem war die Opfergabe definitiv ein guter Einblick in die alten Bräuche des Stammes. Auch die Totenköpfe aus alten Zeiten vor den Wohnungen waren spannend. Viele der Stämme waren früher Kopfjäger die Mitglieder benachbarter Stämme oder Eindringlingen den Kopf abgeschlagen und damit angegeben haben.

Nach dem Festmahl (ja es gab Schwein) und ein paar Worte über den Verstorbenen kam der Reiswein und -schnaps sowie Bier auf den Tisch ähh… Boden. Gegessen, gequatscht und getrunken wird nämlich grundsätzlich auf der gemeinschaftlichen Veranda. Da wir uns aber beide nach dem eiskalt klimatisierten Bus von Kuching nach Sibu eine Erkältung geholt haben, sind wir für die Verhältnisse der Einheimischen die bis in die Morgenstunden gefeiert haben, schon früh ins Bett gegangen.

Nach der Rückreise nach Kuching hatten wir gestern dann ein Meeting mit unseren rothaarigen Verwandten. Nein nicht die Iren, wie unser Reiseführer schreibt, sondern die Orang-Utans. Wir sind von unserem Hostel aus zum nahen Orang-Utan Wild Life Center in dessen großen offenen Dschungel insgesamt 25 der faszinierenden Tiere beherbergt sind. An verschiedenen Punkten konnten wir die Primaten beobachten wie sie genüsslich Bananen, Kokosnüsse und Zuckerrohr snacken sowie ihre Kletterkünste bewundern.

Morgen fahren wir für zwei Tage in den nahen Bako Nationalpark um weitere Tiere zu beobachten und ein paar schöne Strecken zu wandern. Schlafen werden wir in einem Hostel direkt im Park.

Viele Grüße,
Maya & Olli

—————————————————————————–

20/05/2011

Helloooo Friends,

Der Bako Nationalpark war super. Es wurde mal Zeit, dass wir uns ein bisschen sportlich betätigen und die letzten zwei Tage waren perfekt dazu. Der Nationalpark hat nämlich viele unterschiedliche Wanderwege die mal über Stock – mal über Stein, mal steil – mal flach, mal durch Regenwald – mal über Felsen verlaufen. Die Ziele sind dabei aber auch unterschiedlich, mal ein Wasserfall, mal ein Strand, mal eine Stelle um Affen zu beobachten.

Zusammen mit einem Amerikaner und einer Engländerin haben wir uns schon die Anreise und dann auch die Unterkunft geteilt um Geld zu sparen. Weil die beiden ganz cool waren haben wir aber anschließend auch alle Wanderungen zusammen unternommen. Gesehen haben wir Schlangen, Spinnen, Schildkröten, Wildschweine und natürlich viele Affen.

Heute fliegen wir zurück nach Kuala Lumpur bevor wir dann morgen nach Phuket weiterfliegen. Malaysia war sehr cool, aber wir freuen uns schon auf Thailand. Außerdem müssen wir uns mal eine kleine Sonnenbräune an den Start setzen. Nach eineinhalb Monaten wird das echt mal Zeit, wir sind noch ganz schön blass.

Liebe Grüße,
Maya & Olli

Advertisements

One response

  1. Mamas and Papas

    Urlaubsbräune bestätigt – wenigstens bei Maya, wie heute beim Skypen beobachtet. Olli muss noch dran arbeiten …. oder war das Licht im Internet-Café zu grell?

    Maya: Das neue Kleid ist super, aber wo bleibt der passende Sonnenhut?

    May 29, 2011 at 10:42

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s