Travel blog about 186 Days in South East Asia and India

Udaipur, Bundi, Jodhpur & Jaislamer

15/09/2011

Namaste Freunde!

Seit eineinhalb Wochen befinden wir uns in Rajasthan, dem Bundesstaat in Indien, den man gesehen haben muss, sagt unser Reiseführer. Von Palästen, bunten Städten und Festungsanlagen über Kamele, farbenfrohe Turbans und traditionell gekleidete Frauen bis hin zur Wüste Thar im Nordwesten ist alles vertreten. Unser erster Stop in Rajasthan war in Udaipur und den haben wir nach einer 26stündige Reise wirklich herbeigesehnt. Ein Grund dafür war ein Bummelzug der für 300 Kilometer ganze 11 Stunden benötigt hat. Auch der strahlende Sonnenschein konnte an unserem leichten Unmut darüber nicht viel ändern aber wenigstens konnten wir so etwas der typischen Landschaft für Rajasthan sehen.

Udaipur gilt als romantischste Stadt Indiens, wovon wir uns nach dem erklimmen der Dachterrasse unseres Hotels selber überzeugen konnten. Zwei Tage später haben wir hier auch Jule und Moritz getroffen, Freunde von Maya, die für fünf Wochen in Indien unterwegs sind. Zusammen haben wir zwei Tage verbracht die unterschiedlicher kaum sein konnten. Am ersten Tag haben wir uns wohl durch jedes zweite Restaurant und Cafe gefuttert oder getrunken. Hier ein Chai (Gewürztee mit Milch und Zucker), dort ein Paneer Masalla (Mozzarellaähnlicher Käse mit Erbsen in würziger Tomatensoße) wieder woanders einen Lassie (Johurtähnliches Getränk mit Früchten) und nach dem Abendessen noch ein Stückchen Apfelkuchen. Der erste Tag war also eine einzige Völlerei bei gefühlten 500 Metern Bewegung.

Für den zweiten Tag hatten wir uns schon früh am morgen ein Auto mit Fahrer gemietet um zu der Festungsanlage von Kumbalgarh und zu dem jainistischen Tempel in Ranakpur zu fahren. Beides war toll anzusehen aber unsere eigentlichen Höhepunkte des Tages waren jedoch die Feierlichkeiten zu Ehren des Glücksgottes Ganesha, die wir auf unserem Weg und zurück in Udaipur miterlebt haben. Gefeiert wird Ganesha mit Umzügen, bei denen sein Abbild (Elefantenkopf auf Menschenkörper mit mehreren Armen) in Sänften zu heiligen Wassern getragen wird. Begleitet werden die Umzüge von lauten Trommeln, Freudentänzen und viel rotem Pulver. Dabei bleibt garantiert kein Mundwinkel unten, die Fröhlichkeit und Euphorie der Inder steckt einen innerhalb weniger Sekunden an und vom roten Pulver bleibt man natürlich auch nicht verschont.

Nach den tollen Eindrücken von Udaipur und dessen Umgebung ging es weiter über Chittor nach Bundi. Ersteres ist eine weitere Festung, die sogar noch größer ist als Kumbalgarh. Leider kamen wir aber nicht wirklich in den Genuss der Anlage. Sie war so voller indischer Touristen, dass wir bei dem belästigenden Starren, ständigen Fragen nach gemeinsamen Fotos und verstummenden Räumen bei unserem Eintreffen schnell geflüchtet sind. So extrem haben wir das bis jetzt nur noch einmal auf einem Bahnhof erlebt, in dem wir nach ca. 30 Sekunden unserer Ankunft gefragt wurden “What is your country name?” und weitere 30 Sekunden später ungefähr 50 Mann um uns herum gestanden, geglotzt und fotografiert haben. Auch davor haben wir uns dann an’s andere Ende des Bahnsteiges geflüchtet und uns hinter Baumwollsäcken ‘versteckt’. Gefährlich sind diese Situationen überhaupt nicht aber man fühlt sich wie der Affe im Zoo. Und da wir uns nicht mit anpinkeln oder mit Bananen werfen wehren können bleibt meist nur die Flucht durch die Mitte.

Nach dem Erlebnis in Chittor war Bundi, die blaue Stadt, umso entspannter. Da sie keine allzugute Verkehrsanbindung hat, sind hier wenige Touristen zu finden, weder In- noch Ausländische. Wir haben also in aller Ruhe (und in ein wenig Regen) die hellblauen Häuser in den schmalen Gassen besichtigt, das hiesige Fort erklommen und viel in einem schönen Roof-Top-Restaurant gelesen, gute Musik gehört und natürlich gut gegessen. Auch Jodhpur wird als blaue Stadt bezeichnet, wobei das etwas schlechter zu erkennen ist als in Bundi. Auch wenn wir schon einige Forts gesehen haben, war Jodhpur’s Mehrangarh besonders eindrucksvoll. Mit den schönen Verschnörkelungen und vor allem den spannenden Anekdoten des Audio-Guides haben wie hier drei interessante Stunden verbracht. Unter anderem wurde auf die Stelle hingewiesen in der sich ein Ehrenmann lebendig einmauern ließ um die Gunst der Götter für das Fort zu erlangen und auf die Handabdrücke in Zement von Frauen, die sich aus Liebesbeweis in den Scheiterhaufen ihrer verstorbenen Männer stürzten. Außerdem ist das touristische Jodhpur gut geeignet zum Shoppen was unsere gekauften Gewürze zeigen.

Naja und jetzt befinden wir uns am westlichsten Punkt unserer Reise. Wir sind in der Wüstenstadt Jaisalmer die, wie kann es anders sein, auch eine Farbe sowie ein Fort zu bieten hat. Durch die Sandsteine die zum Bau der Häuser genutzt werden, bezeichnet man Jaisalmer als die goldene Stadt. Und auch diese Festungsanlage ist wieder einzigartig und absolut sehenswert. Innerhalb der Mauer, die 99 Türme aufweist, befindet sich ein Großteil der Altstadt inklusive vieler Tempel und Havellis (alte kunstvoll verzierte Herrschaftshäuser). Außerdem genießen wir den strahlenden Sonnenschein und das heiße Wetter nach den doch oft regnerischen letzten Tagen.

Ansonsten gibt es nur noch zu berichten, dass wir schon heute in 3 Wochen nach Hause kommen was derzeit auch sehr präsent ist. Wir haben ja bereits alle Züge und Flüge gebucht, was die Heimreise näher bringt als sie eigentlich ist. Wir genießen zwar weiterhin die tollen Dinge die wir sehen dürfen, aber das Tempo, mit dem wir derzeit von Ort zu Ort reisen ist doch schon sehr anstrengend. Seid also unbesorgt, wir freuen uns schon sehr euch alle wieder zu sehen, aber die nächsten drei Wochen werden wir trotzdem noch so intensiv aufsaugen wie möglich.

Viele Grüße,
Maya & Olli

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2 responses

  1. Ilse

    Nun zählen wir schon die Tage bis zu eurer Rückkehr und können es kaum erwarten, euch gesund wiederzusehen. Ich freue mich schon auf die “indischen” Bilder.
    In den letzten Tagen eurer langen Abenteuerreise soll nun alles planmäßig verlaufen – das wünsche ich euch.

    Liebe Grüße aus Urmitz

    Ilse

    September 17, 2011 at 18:33

  2. Mamas and Papas

    Rot steht Euch gut!
    Namaste und hola aus dem sonnigen Spanien!!! Wir haben heute einen der hoechsten Berge von Sierra Nevada erklommen, von Burgen mit 100 Tuermen (Caceres) haben wir auch genug gesehen. Und auch ein wenig Indien ist in diesem wunderschoenen Land vertreten; die Nachfahren der indischen Zigeuner tanzen hier Flamenco. Wir freuen uns schon auf Euch – bis bald!!

    September 24, 2011 at 23:41

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